Wollen Sie auch grade wechseln? Den Job zum Beispiel?

Viele Menschen haben, so etwa ab dem 40. Lebensjahr, umständespezifisch aber auch schon viel früher, ein wachsendes Bedürfnis nach Veränderung, nach Umorientierung, nach einem Jobwechsel.

Doch selbst wenn es sich um einen beruflichen Aufstieg mit entsprechender Gehaltsaufbesserung handelt, gehört schon eine große Portion Mut dazu, eine vermeintlich sichere Stelle aufzugeben.

Viele Menschen träumen vom „besseren“ Job, doch nur wenige wagen es, den alten Beruf einfach so hinzuschmeissen und neu anzufangen. Tagträume sind eine Sache, die Realität aber kann zur echten, risikoreichen Herausforderung werden.

Ein Frust- oder Trotzwechsel ist keine Lösung

Auf keinen Fall sollte man eine so wichtige Entscheidung „aus dem Bauch heraus“ fällen und schon gar nicht sollte man sie spontan umsetzen.

Jeder hat mal schlechte Zeiten und üble Laune und oft hat die Unzufriedenheit gar nicht unmittelbar mit dem Job zu tun, sondern wird nur von einem selbst dorthin mitgenommen.

Flucht ist selten ein gutes Motiv

Ungefähr die Hälfte aller Jobwechsel wird freiwillig vollzogen. Und sehr oft ist Unzufriedenheit mit der aktuellen Arbeitsstelle der Grund für die Kündigung.

Doch Achtung: kein Job ist perfekt. Es ist naiv, zu glauben, dass es irgendwo das Arbeitsparadies gibt. Man wird vielleicht das eine Übel los, aber dafür bekommt man dann eben ein neues. Und es sind auch nicht immer die anderen oder die Umstände schuld, wenn der Status Quo nicht passt. In sich selbst hinein zu horchen ist immer eine guter Start bei Problemen.

Ein Jobwechsel sollte demnach nie aus einem Fluchtreflex heraus stattfinden. Für die eigene Persönlichkeitsentwicklung ist es ohnehin viel besser, das Problem zuerst zu lösen, bevor man weitere Schritte in Betracht zieht. Denn wer weiß, vielleicht ist die alte Arbeitsstätte dann gar nicht mehr so unsympathisch, wenn erstmal die negativen Punkte abgearbeitet und ad acta gelegt wurden.

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Das liebe Geld

Bei vielen Jobwechsel-Begehren spielt Geld eine gewichtige Rolle. Aber auch hier sollte man wirklich gut überlegen, ob das dickere Gehalts-Päckchen denn summa summarum wirklich eventuelle andere Beeinträchtigungen aufwiegen kann.

Motive vage nach Alter sortiert

Ab etwa 30 werden neue Jobs hauptsächlich wegen Aufstiegsmöglichkeiten angenommen. Solche Wechsel sind dann durchaus auch Firmenintern, also nicht wirklich die große Neuorientierung.

Wer mit 40 seinen Job wechselt, tut dies oftmals wegen Stillstand in Punkto Karirere oder er sucht einfach neue Herausforderungen.

Mit 50 dann sind es eher die beiden Extrem-Situationen. Entweder man erklimmt die oberste Sprosse der Karriereleiter oder man beginnt noch einmal ganz von vorn und in einem gänzlich anderen Berufszweig.

3 gute Gründe für eine Neuorientierung

  • Entwicklungsstillstand in der Karriere.
  • Der aktuelle Job macht krank.
  • Die Lebensumstände haben sich gravierend geändert.

3 weniger gute Gründe für einen Jobwechsel

  • Zu wenig Motivation.
  • Das Suchen nach einer schnelle Lösung.
  • Risiken nicht bedenken.

5 Fragen, die Sie sich VOR dem Jobwechsel überlegen sollten

Ist der Wechsel allein die eigene Entscheidung oder macht man es auch für andere?

Wird mich der neue Job zumindest wahrscheinlich glücklich machen?

Wie wird das Arbeitsklima sein?

Wird der Job mich weiter bringen in meiner Entwicklung?

Wird mir der Job neue Chancen eröffnen?

Letztendlich ist fast jeder Jobwechsel ein Drahtseilakt.  Ein Risiko wird immer bleiben, aber ohne Risiken wäre das Leben auch ziemlich langweilig, so ganz ohne Herausforderungen, oder?