Die spontanen Sympathie-Entscheidungen unserer Psyche sind ein nicht unwesentliches Kriterium für den Verlauf unseres Lebens. Ob beim Anbahnen einer privaten Beziehung oder beim Autokauf. Ob beim Bewerbungsgespräch oder beim Smalltalk mit dem potentiellen Geschäftspartner – Es läuft vieles ganz genau so weiter, wie es sich in den allerersten Sekunden generiert.

Wenn Sekunden zur Ewigkeit werden

Nichts ist so wichtig wie der erste Eindruck. Schon längst ist bewiesen, dass der weitere Verlauf einer neuen Begegnung schon in den ersten Sekunden festgelegt wird.

Neuesten Erkenntnissen zu Folge entscheidet unser Gehirn sogar bereits innerhalb der ersten Zehntelsekunde über Gedeih und Verderb der weiteren Beziehung. Das ist jetzt nicht unbedingt viel Zeit, um sein Gegenüber zu beeindrucken.

Versuche haben ergeben, dass vor allem zwei Dinge wichtig sind, wenn man eine neue Bekanntschaft macht. Vertrauenswürdigkeit und Sympathie.

Aus evolutionärer Sicht ist das sinnvoll: man kann auf diese Weise Freund und Feind schneller und sicherer voneinander unterscheiden. Das war für unserer Ahnen eine Frage von Leben oder Tod. Doch vielleicht ist unser Unterbewusstsein nicht ganz so schnell mit der evolutionären Angleichung an die Umwelt.

Psychologie für Max Mustermann

Wir Menschen haben jeweils subjektive Weltbilder und das schlägt sich natürlich auch in sozialen Belangen nieder. Wir stecken unser Gegenüber schon binnen Bruchteilen von Sekunden in eine Schublade und dort lassen wir sie auch sehr ungern wieder heraus.

Zentrale Frage des Unterbewusstseins ist hier: Lohnt sich der Kontakt? Was bringt mir dieser Mensch? Wir sind da allesamt nicht unegoistisch.

Und das eigentlich Groteske an der Sache ist, dass es aufgrund fehlender Zeit ausschließlich um Äußerlichkeiten gehen kann.

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Der Inhalt des Gesagten ist nur zu sieben Prozent für den ersten Eindruck wichtig. Alles andere verteilt sich auf Körpersprache, Kleidung, Sprache und Geruch.

All diese Eindrücke erfassen wir innerhalb weniger Sekunden und

versuchen, sie dann mit unserem Weltbild abzugleichen. Passt dieser Mensch in unsere Vorstellung von einem “guten Menschen” oder nicht.

Kleider machen Leute

Das Urteil steht nun fest, und die Person wird entweder als sympathisch eingeschätzt oder als das Gegenteil davon. Wenn Aussehen oder Verhalten nicht den Erwartungen entsprechen, ist der gute erste Eindruck dahin und eine Chance, das wieder umzukehren, besteht kaum, denn um die positiven Eigenschaften eines Menschen auf den zweiten Blick doch noch erkennen zu können, fehlt es leider oft an Gelegenheit und vielfach auch am Bewusstsein bzw. den Zugriff des Einzelnen auf sein eigenes Unterbewusstsein.

Doch man kann das trainieren. Wenn Sie sich bewusst und nachhaltig auf solche Situationen einstellen, was ja bei fixierten Terminen in der Arbeitswelt durchaus möglich ist, können Sie sowohl Ihr eigenes Urteil zügeln, als auch Ihrem Gegenüber diesbezüglich helfen, indem Sie sich eben bei aller Authentizität so kleiden und verhalten, wie es den gängigen Normen entspricht. Garantie gibt es hier nicht – aber Chancenverbesserung auf jeden Fall.

Dass die Kleidung für den ersten Eindruck so immense Bedeutung hat, ist einerseits traurig, da es sich eben um eine in Wahrheit nichts aussagende Oberflächlichkeit handeln, andererseits aber gut, denn nichts kann man so leicht beeinflussen wie die Kleidung. Ziehen Sie sich einfach hübsch und angemessen an und die erste Hürde ist aus dem Weg geräumt. Businesskostüm und Anzug sind schließlich nicht völlig ohne Grund die Uniformen der etablierten Geschäftswelt. Man hat sich darauf geeinigt und muss sich diesen Normen fügen, wenn man nicht außen vor bleiben möchte.

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Rückschlüsse für die Arbeitswelt

Das erstaunliche an der ganze Angelegenheit ist die Tatsache, dass der erste Eindruck sich bei den meisten Menschen dann im Laufe der Zeit sogar verfestigt.

Also wenn das, was uns die Wissenschaftler und der Hausverstand hier präsentieren, wirklich stimmt, und sich jeder an seinem Unterbewusstsein orientieren würde, dann müsste es doch so sein, dass in privaten Beziehungen so gut wie keine Trennungen statt finden und auch in der Berufswelt alles eitel Wonne ist, denn alle Antipathien und zwischenmenschlichen Störungen würden ja schon von vornherein… achso, so einfach ist es dann auch wieder nicht, oder?

Machen Sie sich keine Sorgen – Die Entwarnung

Bestimmt ist es richtig, dass der erste Eindruck zählt. Aber dieser Fakt ist nur für sich alleine stehend von Bedeutung. Es spielen noch unendlich viele weitere Faktoren eine Rolle, weshalb keinerlei Anlass zu sozialer Erstbegegnungsfurcht besteht.

Was bedeutet das zum Beispiel für Bewerbungsgespräche?

Wer in dem, was er tut gut ist, wird auch einen Job dort bekommen. Kein Boss wird ein Genie auf seinem Gebiet ablehnen, nur weil ihm die Gesichtszüge nicht gefallen, die Hose ein Loch hat oder er mit einer Einsteinfrisur ausgestattet ist.