Jeder Mensch lügt mehrmals am Tag, oft ohne es zu bemerken. Beispielsweise, wenn Sie als Bewerber für einen Job, sagen: „Das Angebot hört sich interessant an“, obwohl Sie bereits wissen, dass Sie diese Arbeit niemals annehmen werden. Dürfen Sie lügen?

Ja, solange Ihre Aussage unter die Kategorie „weiße Lüge“ fällt und Sie dem anderen damit nicht schaden. Das tun Sie im konkreten Fall hier ja nicht. Im Gegenteil, Ihr Gegenüber fühlt sich bei der Verabschiedung sogar wohler, als wenn Sie ihm gleich die Wahrheit gesagt hätten. Wieviele geschäftliche und private Partner verfahren regelmäßig so. Wenn sie dem anderen immer die Wahrheit sagen würden (z.B.“Schatz, Du siehst heute aber gar nicht gut aus“), wäre es auf der Welt noch viel unfriedlicher, als es ohnehin schon ist.

Ein No-Go ist die Schwarze Lüge. Als schwarze Lüge bezeichnet die Forschung, wenn etwas zu Lasten anderer Menschen in betrügerischer Absicht geschieht. Ein Beispiel die gezielte Streuung von Unwahrheiten.

Jetzt zum Thema: Was ist im Job erlaubt und wovor müssen Sie sich schützen?

Wie bereits oben ausgeführt, kann bei einer eindeutig weißen Lüge keiner – außer Ihnen – wirklich wissen, ob Sie die Wahrheit gesagt haben oder nicht. Hier müssen Sie nur vorsichtig sein, dass Sie Ihre Gefühle unter Kontrolle halten und Ihre wahre Meinung nicht zu einem anderen Zeitpunkt ungefiltert aussprechen.

Es gibt aber nicht wenige Menschen, die auch und vor allem die schwarze Lüge auch gezielt im Geschäftsleben und der Politik einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen. Das müssen Sie wissen und erkennen und – falls Sie es ebenfalls vorhaben – strategisch und mit äußerster Vorsicht vorgehen. Dann haben Sie vielleicht Chancen, ohne Schaden ganz nach oben zu kommen. Wie lange Sie sich dann dort halten, bleibt oft dem Schicksal überlassen, denn meist folgt einem „Lügner“ der nächste, der es vielleicht nur etwas cleverer macht.

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Weit häufiger ist es im Geschäftsleben aber so, dass Sie von Menschen geschädigt werden, die die schwarze Lüge einsetzen. Hier gilt es, diese Personen rechtzeitig zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen. Den Fehler, den viele Arbeitnehmer machen, ist diese Tatsache blauäugig zu ignorieren, bis es zu spät ist.

Und deshalb ist die Kenntnis, der Unterscheidung „Weiße Lüge – Schwarze Lüge“ so wichtig. Sie können, wenn Sie betroffen sind, darüber mit Chefs und Kollegen erstmal theoretisch sprechen und fragen, ob Sie die weiße Lüge auch gerne einsetzen, um eine bessere Stimmung zu erhalten. Und dann lenken Sie das Gespräch auf die schwarze Lüge und werden hinsichtlich der Person, die sie damit schädigt, Schritt für Schritt konkreter, wenn der Gesprächspartner Ihrer Argumentationslinie folgt.

Das ist auf jeden Fall einfacher, als den potenziellen Schädiger gleich vor allen einen „Lügner“ zu nennen.

Testen Sie das Vorgehen beim nächsten Mal einfach mal aus.

Viel Erfolg dabei.