Wir erinnern uns: 2008 schwankte die Weltwirtschaft beträchtlich. Das betraf damals alle Bereiche des Lebens und der Arbeitswelt. Wir zahlen schließlich alle mit dem gleichen Geld. Doch vor allem die Automobil- und Fahrzeugbaubranche hat sich schneller erholt, als man das erwarten durfte. Und das liegt wohl auch an den Zukunftsaussichten. Der Arbeitsmarkt Automobilbranche wird sich sehr verändern und damit kommen auch massenhaft neue Jobs in Spiel.

Kein Stein auf dem anderen

Wir stehen vor dem größten Wandel, den das Auto und alles drumherum in seiner nunmehr 120-jährigen Geschichte erlebt hat.

Es wird zu gravierenden Umwälzungen in der Branche kommen.

  1. Die Mobilität der Menschen verändert sich rasant und damit wohl nach 100 Jahren nachfragemässig gut abgesicherten Dornröschenschlafs auch die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, denn diese müssen darauf reagieren.
  2. Die technischen Möglichkeiten eröffnen zusätzlich völlig neue Bereiche.

Trends, auf welche die Autobauer reagieren müssen:

Industrie tüftelt am Auto von morgen. Die Aufgabe der Branche besteht darin, entsprechend auf das sich wandelnde Mobilitätsverhalten der Leute zu reagieren. Vor allem junge Menschen in Großstädten verzichten oft ganz bewusst auf ein eigenes Auto und behelfen sich mit verschiedenen Arten von kombinierbaren Mobilitätsformen. Also Fahrrad, Bahn, Beine,..

Dies hängt mit der Tatsache zusammen, dass das Auto stückweise seine Bedeutung als Statussymbol verliert. Doch auch die hohen Anschaffungskosten plus Unterhalt (Benzin, Reparaturen, etc.) sowie das steigenden Umweltbewusstsein tragen ihren Teil zum Umdenken bei.

Mittelfristig wird sich der Automobilhersteller zu einem Anbieter von Mobilitätsprodukten und -dienstleistungen entwickeln. So kann man dann auch jene Kunden bedienen, die sich kein eigenes Auto kaufen wollen oder können.

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Beispiel: Carsharing-Angebote

Der Kunde kauft sich langfristig nur noch die Mobilität und nimmt diese eben nur dann in Anspruch, wenn er sie gerade braucht.

E-Cars: Elektroautos und Hybridfahrzeuge

Gleichzeitig mit dem immer stärkeren Aufkommen der Elektrofahrzeuge, wird nach wie vor daran gearbeitet, die bestehenden Verbrennungsmotoren sparsamer und sauberer zu gestalten, denn dass die E-Cars die Verbrennungsmotoren von einem Tag auf den anderen ablösen, scheint unwahrscheinlich.

Das wird viele Jahre parallel laufen. Jobtechnisch bedeutet das: Ein riesiger Markt für alt und neu.

Bislang leiden die meisten erhältlichen Elektro-Modelle noch an mangelnden Reichweiten (100 bis 300 Kilometer) und an zu hohen Preisen.

Da auch die Lademöglichkeiten für Elektroautos kaum ausgebaut sind, ist es notwendig, das Gewicht der Fahrzeuge so weit wie möglich zu verringern, um größere Reichweiten zu erzielen. Stichwort Leichtbau. Auch entfaltet sich ein großer Markt.

IT-Branche reibt sich die Hände

Angesichts der Möglichkeiten, die sich in Punkto Elektromobilität auftun, vor allem was die „Vernetzung des Autos“ betrifft, freut sich die IT-Branche.

Der Bereich CarIT ist ein Markt, der sich in den nächsten Jahren extrem entwickeln wird. Ganz besonders gute Chancen erhoffen sich die Informatiker in Sachen Fahrerassistenz, Infotainment und Telematik. Das Auto wird also zukünftig so etwas wie ein fahrendes Device sein, das man wie Smartphones nutzen kann.

Der Einzug des Internets ins Auto sowie die Vernetzung nach innen und nach außen steht hierbei im Fokus der Entwickler.  Das Auto der Zukunft soll mit Hilfe von Telematik-Systemen z.B. in der Lage sein, mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Umwelt zu kommunizieren.

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Infos und Entertainment

Ziel ist es, dem Fahrer immer die optimale Strecke anzuzeigen. Der Verkehr wird dadurch insgesamt effizienter und Staus sollen auf diese Weise vermieden werden. Auch der Faktor Verkehrssicherheit kann durch die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander einen beträchtlichen Aufschwung erleben.

Dabei sollen Fahrassistenz-Systeme erst der Anfang sein. Mit dem zunehmenden Fortschritt in den Bereichen Sensorik und Datenverarbeitung rückt sogar der Traum vom völlig autonomen Fahren immer näher.

Das Fahrzeug holt uns automatisch an der Haustür ab, bringt uns zur Arbeit, sucht sich inzwischen einen Parkplatz und hört ein bisschen Musik oder guckt Youtube-Videos? Eine Utopie?

 

Die Deutschen wollen selber fahren

Die Mehrheit der Deutschen jedenfalls lehnt pilotiertes Fahren derzeit noch ab. Nur 17 Prozent befürworten diese neue Technologien ohne Einschränkungen. 30 Prozent wollen zumindest situationsabhängig die Möglichkeit haben, selbst aktiv einzugreifen.

Etwa ein Viertel der Befragten steht einem möglichen Autopiloten skeptisch gegenüber.

Und ein weiteres Viertel möchte schlicht und ergreifend nicht auf den Fahrspaß beim Autofahren verzichten.