Die Zahl der Arbeitslosen ist im März weiter gesunken. Sowohl gegenüber dem Februar 2016, als auch gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahrs gab es ein klares Minus. Ein Grund also zur verhaltenen Freude. Denn jeder einzelne Mitbürger ohne Job ist einer  zu viel.

 

Ein paar Zahlen zur Verdeutlichung

 

2,845 Millionen Menschen waren im März offiziell auf Jobsuche, das waren um 66.000 weniger als im Februar und sogar um 87.000 weniger als vor einem Jahr. Dies ist der niedrigste März-Wert seit einem Viertel Jahrhundert. Die Arbeitslosenquote sank damit auf 6,5%.

 

Kein Frühlingserwachen wegen abgesagtem Frost

 

Der Winter war mild und deshalb machte sich die übliche Frühjahrsmarktbelebung auch nicht so deutlich bemerkbar wie üblicherweise in diesen Monaten.

Der Arbeitsmarkt hat sich jedenfalls weiter positiv entwickelt, obwohl die Arbeitslosenzahl insgesamt fast unverändert blieb, wenn man die Schwankungen aufgrund der Jahreszeit berücksichtigt.

 

Die andere Zahl

 

Tatsache war und ist jedoch, dass die offizielle Zahl nicht die tatsächliche Größe der Arbeitslosigkeit wiederspiegelt.

Beschäftigungsmaßnahmen und Erkrankungen sind nach wie vor nicht in dieser Zahl inkludiert. Dafür wiederum sind die allgemeine Erwerbstätigkeit sowie die Zahl der Menschen mit regulärem Job weiter gewachsen. Es pendelt sich also auf ein Null-Niveau ein.

 

Das wie immer pikante Detail am Rande: Angebot und Nachfrage sind nicht unbedingt sehr weit auseinander und man muss auch davon ausgehen, dass es recht unwahrscheinlich ist, dass sich ausgerechnet für eine jeweils offene Stelle kein einziger passender Kandidat auftreiben ließe, aber überlassen wir die Interpretation der Zahlen lieber den Experten.

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Bei Unternehmen ist die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern jedenfalls nach wie vor extrem hoch: Besonders gefragt  sind Arbeitskräfte in den Bereichen Mechatronik, Elektrotechnik, im Verkehr und in der Logistik sowie auch im Verkauf.

 

Better News: Wir sind Europameister in Flexibilität und Mobilität

 

Es handelt sich bei dieser Einschätzung zwar nicht um Fakten, aber immerhin um eine Studie und um Expertenmeinungen.

Der deutsche Arbeitsmarkt sei demnach dynamischer als jener in anderen  EU-Ländern. Das zeigen Datenauswertungen bezüglich der beruflichen Mobilität von Arbeitnehmern.

In dieser Studie untersuchte man die Lage in Sachen Kündigungsschutz, Qualifizierung und Arbeitslosenversicherung. Und zwar im europäischen Vergleich.

Der deutsche Jobmarkt wirkt nach Ansicht der Ergebnisse robust, stabil und transparent. Er bietet den Beschäftigten zum Beispiel gute Chancen, von befristeten in unbefristete Jobs aufzusteigen. Nur in den üblichen verdächtigen Staaten in Skandinavien ist der Arbeitsmarkt noch dynamischer.

 

Frankreich, Italien und viele osteuropäische Länder hingegen gelten als „unflexibel“. Diese Länder habe einen hohen Bedarf an Reformen am Arbeitsmarkt.

 

Ein weiteres Ergebnis der Studie besagt:  hohe Hürden für Kündigungen sind kein Widerspruch zu hoher Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich gibt es vergleichsweise hohe Standards beim Kündigungsschutz.

Das trägt dazu bei, dass in beiden Ländern die Hälfte aller Jobeinsteiger zuerst nur einen befristeten Arbeitsvertrag erhält. Weitere Regeln aber sorgen jedoch für entscheidende Unterschiede.

 

Doch man braucht keine Studien, um zu wissen, dass insgesamt und auch von Jänner bis Dezember eines ganz gewiss gilt: „Je flexibler, desto besser“.