Was in den USA gang und gäbe ist, hält nun auch Einzug in deutsche Personalabteilung: das Vorstellungsgespräch per Skype. Solche Jobinterviews per Videokonferenz passen in unsere moderne und immer mobiler werdende Arbeitswelt. Die Anreise per Auto, Bahn oder Flugzeug dauert meist länger als das eigentliche Gespräch, so dass sich durch Skype viel Zeit und Kosten sparen lassen. Allerdings hat ein Vorstellungsgespräch per Skype auch so einige Tücken. Daher sollten unbedingt einige Dinge beachtet werden und Trotz der materiellen Abwesenheit des Gesprächspartners, sollte man das Interview via Skype nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Skype Profil gestalten

Zunächst sollte jeder Bewerber, der zu einem Vorstellungsgespäch per Skype eingeladen wurde, sein eigenes Profil bei Skype anlegen bzw. bearbeiten. Das Profilbild sollte dem aktuellen Bewerbungsbild entsprechen. Im Übrigen ist es ratsam, sich eine ganze Serie von Bewerbungsbildern anzulegen, die man dann in der klassischen Bewerbung, im Online-Profil eines sozialen Netzwerkes, auf Jobbörsen hinterlegen oder für das Skype-Profil verwenden kann.

Das „Über-mich-Feld“ bei Skype können Bewerber sehr gut zur beruflichen Kurzvorstellung nutzen, da der Personaler vor dem Bewerbungsgesprächs hier noch einmal nachschauen kann. Außerdem sollte ein seriöser Nutzername angelegt werden, am besten einen der aus dem Vor- und Nachnamen besteht. Der Nutzername ist das Erste, was der Personaler beim Videointerview sieht.

Gute Belichtung

Sich richtig ins gute Licht zu setzen ist gar nicht so einfach. Eine schlechte Beleuchtung macht aus jedem Engel schnell einen Schwerverbrecher. Das Gesicht sollte möglichst schattenfrei ausgeleuchtet und auf Kontraste und Spots dagegen verzichtet werden. Auch der Hintergrund spielt für die Beleuchtung eine wichtige Rolle. Zu dunkle oder zu reflektierende Wände, Spiegel, spiegelndes Glas oder Pflanzen im Hintergrund sollten vermieden werden.

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Wer an einem Video-Jobinterview teilnimmt sollte bedenken, dass alles was auf dem Bildschirm erscheint auch vom Personaler gesehen, interpretiert und bewertet wird. Daher sollte der Hintergrund immer möglichst neutral gehalten werden. Ein Blick auf die Schrankwand, eine Vitrine oder das Poster an der Wand führen schnell dazu, dass der Bewerber sozial klassifiziert und in eine Schublade gesteckt wird, aus der man in der Kürze der Zeit nur schwer wieder herauskommt.

Übung macht den Meister

Genauso wie man ein klassisches Jobinterview vorher über kann, kann man auch das Interview via Skype vorher üben. In Vorbereitung auf das Gespräch sollte man in einige technische Details investieren, wie beispielsweise in ein gutes externes Mikrofon. Zwar weiß man nie, wie gut die Soundqualität beim Gegenüber ist, aber ein gutes Mikrofon kann bereits vieles auffangen.

Dasselbe gilt für die Kamera, die immer auf Augenhöhe platziert werden sollte. Der Gesprächspartner ist sonst schnell irritiert, wenn man ständig zum Gesprächspartner hinauf- oder auf ihn herabschauen muss. Die Sitzposition spielt ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle. Am besten sitzt man leicht nach vorn geneigt und sollte der Kamera während des Gesprächs nicht zu nahe kommen.

Während des Gesprächs sollte man sowohl das Stellenangebot als auch das eigene Bewerbungsschreiben und seinen Lebenslauf ausgedruckt vor sich liegen haben. Der Gesprächspartner wird sich sicherlich auf das Bewerbungsprofil beziehen, da es die Grundlage für das Bewerbungsgespräch darstellt. Am besten sollte das Bewerbungsgespräch vorher mit einem Partner simuliert werden. Das Gespräch kann dabei aufgezeichnet und anschließend Dritten analysiert und bewertet werden.

Kleider machen Leute

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Wie bei einem klassischen Bewerbungsgespräch sollten Bewerber auf ihre Kleidung achten. Business-Kleidung wird erwartet oder – je nach Branche – auch gehobene Freizeitkleidung. Bei der Farbwahl sollten Bewerber auf Blau-, Natur- oder Pastelltöne bevorzugen. Knallige Farben wie Gelb, Lila, Grün oder feine Streifen und Muster sind dagegen tabu. Die Haare sollten dem Anlass entsprechend sitzen und nur dezent Make-up getragen werden.

Keine Ablenkung

Beim Jobinterview sollten sich Bewerber durch nichts ablenken lassen. Daher ist es ratsam, vor der Videokonferenz alle nicht benötigten Programme auf dem Computer zu beenden. Es sollte nichts auf dem Tisch liegen, was zum Herumspielen verleiten könnte. Bewerber sollten darauf achten, dass während des Gesprächs niemand anderes im Zimmer ist – insbesondere keine Souffleusen. In der Nähe befindliche Handys, Radios und Fernseher sollten unbedingt ausgeschaltet werden.

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