Die Weihnachtsfeier kann Karrieren zerstören, oder  in Schwung bringen

Wenn man noch jung und naiv ist sowie nach der Jahrtausendwende geboren wurde, muss man nicht weit gehen, um sich jederzeit ordentlich ins Fettnäpfchen setzen zu können, denn dafür gibt es ja Facebook und Co. , da braucht man nicht bis zur Weihnachtsfeier zu warten.

Im analogen Berufsleben reisst man sich ja meistens zusammen, denn man ist lange genug auf der Welt und kennt die Spielregeln. Aber wehe, es geht Richtung Weihnachten und Weihnachtsfeier. Halleluja, kann man da oft nur sagen.

Mein Chef ist der größte Voll….

Alkohol löst die Zunge.

Nämlich jene, auf die man sich das ganze Jahr über so selbstdiszipliniert beißt, wenn der Boss, den man, aus welchen Gründen auch immer, nicht ausstehen kann, oder der Kollege, mit dem man nicht zurecht kommt, thematisiert werden.

Da es in vielen Firmen nicht ausdrücklich erwünscht ist, vollalkoholisiert zu erscheinen, funktioniert das im Arbeitsalltag auch recht gut. Wenn dann aber die Betriebsfeierlichkeiten losgehen, passiert es dem einen oder anderen immer wieder, dass man sich völlig unschuldig inmitten einer lustig plaudernden Runde von Kollegen wieder findet und sich sagen hört, was man vom lieben Chef so hält.

Und der steht dann natürlich ausgerechnet zu diesem unseligen Zeitpunkt hinter einem.

 

Fräulein Dagmar und der Multifunktions-Apparat

Dieses Sujet kommt in fast allen schlechten Klamauk-Filmen vor und man fragt sich wirklich, warum man die Kollegin oder den Kollegen nicht gleich in die Firmenküche zerrt, wenns schon so dringend sein muss mit dem kollegialen Techtelmechtel.

Nein, es muss der Kopierapparat sein, damit dann, nach den Feiertagen, auch wirklich jeder den nackten Hintern in veschmiertem Schwarzweiß betrachten kann, weil irgendwer wird sich schon erbarmen und das schöne Bild vervielfältigen zwecks weitreichender Verteilung.

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Ich übergebe mich, also bin ich

Wenn dann gegen 2 Uhr früh zwar der angeduselte Geist endlich Ruhe gibt, weil er klinisch halb tot ist, gibt es ja immer noch den Restorganismus, denn der funktioniert auch ohne Gehirn ganz gut.

Vor allem in Zeiten heißen Punsches und Glühweins kommt dann oft auch mehr wieder raus, als hineingeschüttet wurde.

Man kann ja praktisch überall hinkotzen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, aber es gibt auch hier sicher eine Top of the Flops Liste. Blumentöpfe, Dekolletes usw..

Von anderen Stoffwechselprodukten wollen wir lieber schweigen.

Aber es geht natürlich auch anders.

Weihnachtsfeier als Fest des zünftigen Networks

Man kann die feuchtfröhliche Betriebsgeselligkeit vor den Feiertagen nicht nur zur Eigenrufschädigung verwenden, sondern auch dafür nützen, um sich in einem besseren Licht zu präsentieren.

Nutzen Sie das Fest der Liebe doch einfach, um Kontakte zu knüpfen. Je größer ein Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie viele Kollegen kaum oder gar nicht kennen. Das ist erstens schade und zweitens entgehen Ihnen so vielleicht schöne Freundschaften oder wichtige Karrierechancen.

Strategien für effektiveres Weihnachtsnetworking

Aktiv auf andere zugehen

Bleiben Sie nicht in Ihrer Clique kleben. Diese Grüppchenbildung bei Firmenfeiern ist grauenhaft, finden Sie das nicht auch?

Wenn Sie bei der Weihnachtsfeier erst recht wieder mit den Kollegen aus der eigenen Abteilung abhängen, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie nie erfahren, dass… ja, Sie werden es, wie gesagt, nie erfahren, auch von mir nicht.

Seien Sie also nicht schüchtern! Niemand wird Sie beißen. Zur Not nehmen Sie eben einfach den besten Kumpel aus der Abteilung mit auf Streifzug.

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Nicht gleich das volle Programm abspulen

Inhaltlich sollten Sie einen moderaten Mittelweg finden zwischen Jobgeplauder und allgemeinem Smalltalk. Nur über die Arbeit zu reden, wird keine Pluspunkte bringen. Schon gar nicht dem Chef gegenüber, denn Gehaltsverhandlungen oder Projektbesprechungen gehören ins Büro und nicht unter den Weihnachtsbaum.

Und versuchen Sie locker zu bleiben, auch wenn Sie nervös sind.

Ergänzungsfragen bringen die Konversation in Schwung

Smalltalk macht jeder. Über die Arbeit sprechen ebenfalls. Vielleicht haben Sie eine lustige oder passende Story auf Lager. Wenn ja: raus damit! Und um peinliche Schweigemomente zu vermeiden, empfiehlt es sich, nur Fragen zu stellen, die nicht mit ja oder nein zu beantworten sind, also die so genannten W-Fragen, wie z.B: “Wie geht´s denn so, Frl- Ursula?”

Wenn sie dann trotzdem mit ja oder nein antwortet, wechseln Sie lieber mal schnell das Bäumchen. Das wird heute nichts mehr mit Frl. Ursula.

Authentisch sein

Authentisch zu bleiben und sich nicht zu verstellen ist bei aller Kontaktsuche noch immer das Wichtigste. Wenn Sie nunmal kein Partylöwe sind, sollten Sie das auch nicht vortäuschen.

Es würde auch ganz gewiss nicht funktionieren.

Manchmal ist aufrichtige Schüchternheit sogar sehr viel interessanter und sympathischer, also Seien Sie Sie selbst und heucheln Sie auch anderen kein Interesse vor, wo keines ist.
So kann nichts schief gehen.