…und was dagegegen?

Großraumbüros sind ganz gewiss nicht jedermanns Fall. Man muss vom Naturell her schon für so eine enge Arbeitssituation geschaffen sein. Klaustrophobisch veranlagte Mitarbeiter oder sozial eher in sich gekehrte Charaktere werden in der Regel nicht sehr glücklich und produktiv sein können, wenn sie den Arbeitsraum mit mehreren teilen müssen.

Außerdem gibt es nunmal Menschen, die sich nicht gut auf ihren Job konzentrieren können, wenn rundherum andauernd gequatscht wird, weil man sich eventuell nicht für die neuesten Gerüchte, Fussballergebnisse oder TV-Serien interessiert. Für diese Beispiele sind Großraumbüros womöglich die Hölle auf Erden und wer sich für einen Job mit Arbeitsplatz Großraumbüro bewirbt, sollte sich schon vorher klar darüber sein, ob er dafür geschaffen ist.

Sonderfall Umfrage-Institute

In Meinungsforschungseinrichtungen findet man übrigens eine ganz besondere Art des Großraumbüros. Zig Billiglohnkräfte (Studenten, Rentner, Arbeitslose) sitzen wie Hühner auf der Stange in Reihen und tun stundenlang nichts anderes als telefonieren. Sowas macht man nicht lange, denn es nagt verständlicherweise sehr am Selbstwertgefühl.

Aber um diese Art von Büros geht es hier nicht. In Großraumbüros schauen ja auch nicht alle in eine Richtung.

Transparenz gegen Motivation?

Von Seiten der Chefetage sind sowohl wirtschaftliche und organisationstechnische sowie auch produktivitätsrelevante Aspekte zu beachten.

Kommt ein Großraumbüro billiger?

Nicht unbedingt. Wenn die Firma im Winter die Heizung nicht aufdreht, um zu sparen, kommt das zwar auch kurzfristig günstiger, aber wer bezahlt die vielen Arbeitsausfälle wegen Lungenentzündung? Eben.

Und so kann es auch beim Großraumbüro ein Sparen am falschen Platz sein, denn dass die Gesamtleistung der einzelnen Mitarbeiter eher nicht steigen wird, wenn selten wirklich Ruhe im Raum herrscht, ist klar.

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Und was macht man mit Angestellten, die nicht ins Konzept Großraumbüro integriert werden können?

Es passt einfach nicht jeder Mitarbeiter in einen Raum, den er viele Stunden lang mit vielen anderen teilen muss. Das klingt nach Stress und Konfliktpotential.

Einzelbüros oder Großraumlösung?

Ein eigenes ­Arbeitszimmer, das man sich auch hübsch nach seinen Bedürfnissen einrichten und dekorieren kann, ist Ausdruck von Wertschätzung des Unternehmens gegenüber dem Mit­arbeiter.

Er soll sich erstens wohlfühlen und zweitens in Ruhe konzentrieren können.

In einem Großraumbüro das Gespräch zu verweigern kommt einem sozialen Exodus gleich.

Rückzugsmöglichkeiten für die Angestellten im Großraumbüro

Eine offene Bürostruktur sorgt sicher für mehr Transparenz und Kommunikation. Und wenn damit kein Schindluder betrieben wird und sich beide Komponenten nicht verselbstständigen, kann es durchaus zu einem produktiveren und damit insgesamt angenehmeren Miteinander kommen, als dies der Fall ist, wenn man einander nur in Rauchpausen und beim Mittagessen trifft. Dennoch muss für jeden auch ein Ort der Stille und des Rückzugs zur Verfügung stehen. Dieses Recht muss gewahrt bleiben, will man Konflikte vermeiden.

Das Zusammenarbeiten ­erleichtern!

Regeln und Verbote können den Büroalltag immens erleichtern. Wichtig wäre, dass alle Beteiligten sich an der Ausarbeitung solcher Listen beteiligen. Und dann hat man einen gemeinsamen Katalog, auf dem dann Dinge stehen sollten, wie:

  • Telefonate dort führen, wo niemand gestört wird
  • Schreibtisch jeden Abend aufräumen
  • Nicht am Arbeitsplatz essen
  • Reden, wenn es Konflikte gibt

usw.
Die Vor- und Nachteile von Großraumbüros halten sich also in etwa die Waage. Es obliegt letztendlich dem Unternehmer, welche Lösung er für seine Angestellten und da wohl der Firma für optimaler erachtet.

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