Berufseinsteiger und was sie erwartet

Berufseinsteiger

Als Berufseinsteiger bezeichnet man junge Leute, die eine Ausbildung, Lehre oder ein Studium abgeschlossen haben und in der Regel über keine Berufserfahrung verfügen. Damit grenzen sie sich von Young Professionals ab, da diese meistens schon mindestens ein Jahr Berufserfahrung haben.

Mit „Stellenangebote Berufseinsteiger“ werben viele Jobportale im Internet um diese Zielgruppe. Die Online-Stellenausschreibungen haben die klassische Zeitungsanzeige fast verdrängt. Insofern ist es also kein Wunder, dass das Internet bei der Stellensuche immer beliebter wird.

Am Anfang stehen viele Fragen

Sind die Hürden der schriftlichen Bewerbung und des mündlichen Auswahlverfahrens erfolgreich genommen, beginnt für viele der Ernst des Lebens. Unsicherheit zeichnet daher die meisten Berufsanfänger aus. Das fängt schon bei der Frage nach der richtigen Kleidung für den neuen Job an, geht weiter mit der Frage, ob meine seine Kollegen mit „Sie“ oder „Du“ ansprechen soll, bis hin zur Frage, wie wohl der neue Chef und die Kollegen so ticken. Am Anfang fühlt sich vieles ungewohnt an.

Beim ersten Job ist meistens alles völlig anders als noch während der Ausbildung oder im Studium. Dabei geht es nicht nur um mangelnde Fachkenntnisse, sondern auch um organisatorische Dinge. Wie gut sich Berufseinsteiger im neuen Job zurechtfinden, ist abhängig von der Einarbeitung im Unternehmen. Insbesondere große Unternehmen haben intensive Einarbeitungsprogramme. Anfänger werden hier in den ersten Wochen und Monaten an die Hand genommen und intensiv auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet. Der Vorteil ist, dass nach einer solchen Einarbeitungsphase die Berufsanfänger recht bald ohne weitere Unterstützung ihre Aufgaben erledigen können.

Viele Unternehmen aber verfügen jedoch über solche Einarbeitungsprogramme nur im Ansatz – wenn überhaupt. Hier werden Berufseinsteiger oft ins kalte Wasser geworfen. Das heißt, learning by doing! In so einem Fall gibt es meistens von Kollegen oder Vorgesetzten nur eine kurze Einführung in die wichtigsten Aufgaben und Systeme, die im Unternehmen verwendet werden. Hier gilt: Nicht einschüchtern lassen, Fragen stellen, Hilfe und Unterstützung bei Kollegen suchen. Es wird dabei ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Auffassungsgabe und organisatorisches Geschick von den Berufsanfängern vorausgesetzt.

Unsicherheiten abbauen

Aller Anfang ist schwer. Schnell fühlen sich Anfänger überfordert. Von überall prasseln neuen Namen, Aufgaben, Informationen und Anweisung auf die Anfänger ein. Das sie zunächst einmal außen vorstehen, ist ganz normal. In der Regel dauert es bis zu einem Jahr, ehe ein neuer Mitarbeiter richtig gut eingearbeitet ist und mit anspruchsvolleren Aufgaben bedacht werden kann.

Um die eigenen Unsicherheiten abzubauen, ist es hilfreich sich so viele Notizen wie möglich zu machen. Das gilt weder bei Vorgesetzten noch bei Kollegen als Zeichen der Unsicherheit, sondern ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass der neue Kollege wertschätzt, was ihm erklärt wird. Dazu gehört auch, zu Nichtwissen stehen und das auch zugeben zu können.

Sicheres Auftreten

Wer als Neuling nach dem Motto „Hoppla-hier-komme-ich“ gleich mit der Tür ins Haus fällt, wird es am Anfang sicherlich schwer haben. Etwas Zurückhaltung in den ersten Tagen ist sicherlich von Vorteil. Zunächst sollten Einsteiger erst einmal das neue Umfeld sondieren und beobachten: Wie geht der Chef mit den Kollegen und die Kollegen miteinander um? Welche Kommunikationsformen werden im Unternehmen gepflegt? Wie gestaltet sich die Mittagskultur (gehen alle gemeinsam in die Kantine oder jeder für sich, bringt sich jeder etwas mit oder gibt es eine Gemeinschaftsküche, in der man sich zum Mittagessen trifft etc.).

Zeitmanagement

Das wichtigste am Anfang ist das Zeitmanagement. Aufgrund der vielen neuen Informationen und Eindrücke wachsen Anfängern die neuen Aufgaben schnell über den Kopf. Vor lauter Eifer und dem Bedürfnis, gleich von Anfang an gute Leistungen zu zeigen, verzetteln sich viele in den ersten Tagen und Wochen. Daher sollten Sie beim Vorgesetzten erfragen, welche Prioritäten bei der Aufgabenbewältigung zu setzen sind und wie viel Zeit für deren Erledigung angemessen ist. Hier besteht eine Art Hohlschuld. Es wird von Berufsanfänger in der Regel erwartet, dass sie solche und ähnliche Fragen stellen.

Übrings: Eine To-Do-Liste ist am Anfang eines der sichersten und bewährtesten Methoden, sein Zeitmanagement in Griff zu bekommen.

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