Wenn (Hoch-)Schulabgänger ihre erste Stelle antreten, kennen sie meist niemanden im Betrieb. Also gilt es, Beziehungen zu den neuen Kollegen aufzubauen und sich als angenehmer Kollege zu profilieren.

Mit Grauen denkt Janne Larsen an ihren ersten Arbeitstag. „Ich war völlig unsicher“, gesteht die 18-jährige Auszubildende zur Bürokauffrau. „Ich kannte niemanden und wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte.“

Ähnlich geht es fast allen (Hoch-)Schulabsolventen am ersten Arbeitstag. Sie kommen in ein fremdes Umfeld und treffen auf Kollegen, die oft seit Jahren zusammenarbeiten. Und von diesen werden sie gerade in der Startphase aufmerksam beäugt, denn jeder möchte sich ein Bild davon machen: Wie ist der oder die Neue?

Entsprechend wichtig ist es für Berufseinsteiger, in den ersten Tagen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Einige Tipps, wie Ihnen dies gelingt.

Tipp 1: Offen auf die Kollegen zugehen! Dass Sie am ersten Tag unsicher sind, ist normal. Geben Sie sich trotzdem einen Stoß und gehen Sie auf Ihre künftigen Kollegen aktiv zu. Geben Sie ihnen die Hand, sagen Sie ihnen, wer Sie sind und eventuell: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Sie können mir sicher viel erklären.“ Das macht einen guten ersten Eindruck.

Tipp 2: Augen und Ohren aufsperren! In jedem Betrieb gibt es eine Vielzahl ungeschriebener Regeln; des Weiteren ein feines Geflecht von Beziehungen, die aus keinem Organigramm hervorgehen. Fahren Sie also Ihre Antennen aus. Achten Sie zum Beispiel darauf: Wie sehen die Schreibtische der Kollegen aus? Wer ergreift bei Besprechungen das Wort? Wer kann mit wem? Das senkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie unbewusst in Fettnäpfchen treten.

Auch interessant:  Den „Sozial-Kram“ mehr beachten

Tipp 3: Fragen, fragen, fragen! Wer neu ist, kann noch nicht alles wissen. Doch er sollte Interesse zeigen. Stellen Sie also Fragen. Zum Beispiel: Wie ist die Ablage strukturiert? Was soll ich tun, wenn ich etwas brauche? Erkundigen Sie sich auch nach solchen Dinge wie: Wie ist das hier mit dem Kaffee geregelt? Wer räumt die Spülmaschine ein und aus? Denn gerade an solchen Kleinigkeiten entzünden sich oft Reibereien.

Tipp 4: Interesse für die Kollegen zeigen! Jeder Mensch freut sich, wenn sich andere Personen für ihn interessieren. Gehen Sie deshalb, wenn hierfür Zeit ist, auf Ihre Kollegen zu und sagen Sie zum Beispiel: „Mich interessiert, was Sie machen. Können Sie mir das mal erklären?“ Und wenn Ihre Kollegen dies tun, dann äußern sie auch mal ein Lob: „Das ist ja irre, wie schnell Sie tippen.“ Über solche Feedbacks freut sich jeder, und Sie haben wieder einen Pluspunkt gesammelt. Auch private Fragen sind erlaubt. Steht zum Beispiel ein Kinderfoto auf dem Schreibtisch? Dann können Sie durchaus fragen: „Ist das Ihre Tochter? Die ist aber hübsch.“

Tipp 5: Einsatz- und Hilfsbereitschaft signalisieren! Wer hilfsbereit ist, ist immer gern gesehen. Bieten Sie deshalb Kollegen Ihre Unterstützung an, wenn diese im Stress sind. Übernehmen Sie zum Beispiel die Dateneingabe oder den Gang zum Kopierer. Und wenn der Feierabend naht? Dann machen Sie sich nicht einfach aus dem Staub. Fragen Sie Ihre Kollegen und insbesondere Ihren Chef zuvor: „Ist noch was zu erledigen, oder kann ich gehen?“

Tipp 6: Suchen Sie den persönlichen Kontakt. Verstecken Sie sich nicht, zeigen Sie sich. Angenommen Sie haben eine Frage an einen Kollegen. Dann versenden Sie nicht stets interne Mails. Greifen Sie auch mal zum Telefon. Oder noch besser: Schauen Sie bei ihm vorbei. Und in der Mittagspause? In ihr sollten Sie zumindest in der Startphase in die Kantine gehen – selbst wenn Ihnen das Essen nicht schmeckt. Denn dort können Sie mit Kollegen Small Talk führen und erfahren so viel über sie und den Betrieb.
Ingo Vogel

Ingo Vogel, Esslingen, ist (Rhetorik- und) Verkaufstrainer und gilt als der Experte für emotionales Verkaufen (Internet: www.ingovogel.de). Er ist unter anderem Autor der Bücher „Top-Emotional Selling – Die 7 Geheimnisse der Spitzenverkäufer“ und „Das Lust-Prinzip: Emotionen als Karrierefaktor“.

Ingo Vogel

 

Auch interessant:  Trainingskonzepte für Mitarbeiter entwickeln

 

Zum Autor: Der Verkaufstrainer Ingo Vogel, Esslingen, gilt als der Experte für „Emotionale Kommunikation“ www.ingovogel.de. Er ist unter anderem Autor des Bücher „So reden Sie sich an die Spitze“ und „So verkaufen Sie sich richtig gut“ sowie „Das Lust-Prinzip: Emotionen als Karrierefaktor“.

Foto © Kai Koehler – Fotolia.com